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Titelthema zu Röhrenverstärker und Röhrentechnik 



Titelthema Mai 2007
geschrieben von: frihu (IP gespeichert)
Datum: 31. Mai 2007 10:20

Nicht das wir uns Mißverstehen. Ich habe nichts gegen importierte Röhrenverstärker. Von woher auch immer. Wo käme ich denn hin?

Ich habe aber was dagegen, wenn diese Billigimporte und meist potentiellen Werkstatt-Kandidaten, kaum den Sicherheitsanforderungen genügen und man deshalb diese Dinger exportiert, weil Deutschland (Europa) weit weg ist. Falls mal etwas passiert. Und weil die eigenen Landsleute diese Dinger im Leben nicht anfassen würden. Die sind doch nicht lebensmüde. Es kann ja etwas passieren.

Gott sei's gefackelt ist bis jetzt noch nichts passiert. Aber der Tag wird kommen! Fehlende Sicherungen sind ja mittlerweile Standard aber in ihrer Spannungsfestigkeit unterdimensionierte Kondensatoren? Über die Widerstände dieser Verstärker lohnt sich gar nicht zu reden. So etwas setzt man noch nicht einmal im Elektronikbaukasten ein. Den Mantel des Schweigens bereiten wir auch über die (hrm) Netztrafos und (hrm) Übertrager der Röhrenverstärker aus. Kein deutscher (europäischer) Hersteller dürfte sich so etwas erlauben, ohne das man ihn die Hucke vollhaut, vor Gericht zitiert oder ihn 48 Stunden Nonstop den Musikantenstadl schauen (hören) lässt. Und ein Netzschalter, der spratzelt, wenn man ihn betätigt, würde mich auch etwas nachdenklich machen.

Was mich da so in Rage versetzt? Es sind die billigen Grau-Importe aus China. Meist ohne WEEE-Anmeldung und ohne CE- bzw. GS-Signet. Wo zum Henker kommen all' die Hongkongpfui-Röhrenverstärker her? Seriös ist, egal wie man sich gibt, was anderes. Aber Scheiss egal. Hauptsache Röhre. Hauptsache hipp.

Entsprechend entwickelte sich eine »Tuning-Szene«, welche mit Technik in etwa so viel zu tun hat, wie Hollandfahrräder knallbunt anzumalen, um damit schneller fahren zu wollen. Der Tag aber wird kommen, da hat der 400V-Elko die Schnauze voll von Überspannung im Einschaltmoment und platzt. Einfach so. Frei nach Louis de Funes: »Tschschschschsch - Kabaff - Peng!« Hei, das wird eine schöne Sauerei. Aber sie sehen halt gut und teuer aus, die Verstärker.

Nein danke! Bei aller Liebe. Einen Blender brauche ich nicht. Da können die Räuberpistolen diverser HiFi-Blättchen noch so spannend sein.




Doch halt! Bevor es zum Lästerorgasmus kommt, halten wir inne und schwelgen in der Vergangenheit. Zurück zu dem Zeitpunkt, als wir auch unbedingt einen »HiFi Röhren-Kraftverstärker« mit 15 Watt oder mehr haben mussten - aber kein Geld dafür hatten.

Wer sich keinen Braun, Telefunken oder Sennheiser leisten konnte, bastelte seinen HiFi-Stereo Röhrenverstärker eben selbst. Unter aktiver Zuhilfenahme von Dynakit, Heathkit oder Radio RIM. Und man wurde da auch von den »HiFi-Profis« verächtlich angeschaut. Und als dann noch die ersten japanischen Röhrenverstärker auf dem Markt kamen, galt man als Vaterlandsverräter, wenn man sich so einen Verstärker zulegte, weil dieser billiger war und zudem doch etwas besser aussah, als hiesige Produkte.

Es stimmt schon: Geschichte wiederholt sich. Irgendwie. Heute sind es nicht die japanischen Verstärker die als Einstieg in das preiswerte HiFi herhalten müssen, sondern eine Vielzahl von chinesischen Verstärkern, die, uns altbekannte, Vorbilder reanimieren.

Die heutigen HiFi-Profis sollten daher nicht den gleichen Fehler machen, wie die Profis damals und die durchaus potentielle Kundenklientel nicht verschrecken. Führt diesen »Fehlgeleiteten« doch einmal vor, wie richtiges Röhren-HighEnd klingen kann!

-Friedrich Hunold-


Re: Titelthema Mai 2007
geschrieben von: LowEnd (IP gespeichert)
Datum: 23. Juni 2007 16:52

Das ist doch alles völlig in Ordnung , die Leute stellen fest das Röhrenamps schei... klingen und die Preise für alte Amps gehen wieder in den Keller.

Gruß Dirk

Wir sind umherziehende Irre und haben keine Papiere.Entschuldigung.



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