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Klirr-Reduktion durch zwei Triodenstufen
geschrieben von: Horst (IP gespeichert)
Datum: 01. August 2007 08:57

Hallo ,

Triodenkennlinen lassen sich durch eine qudratische Gleichung beschreiben. Die entstehenden Wiedergabefehler (Klirr) sind überwiegend zweiter Ordnung K2. Eine Kathodenbasisschaltung dreht die Phase um 180 o. Schaltet man zwei Stufen hintereinander, sollte sich ein Teil des entstandenen Klirrspektrum gerader Ordnung kompensieren, ohne Gegenkopplung einsetzen zu müssen.

Interessant ist dies z.B. bei einer Eintakt A-Endstufe und dem vorgeschaltetem Treiber. Ein Klirr von >5% der Endröhre ist keine Seltenheit. Wenn nun die Treiberröhre ähnlich viel Klirr erzeugt (bei Endröhren mit geringem µ eher normal oder man konstruiert den Treiben absichtlich auf entsprechend hohen Klirr) sollte dieserer - zumindest bei den geraden Anteilen - sich gegenseitig kompensieren.

Hat schon mal jemand in diese Richtung experimentiert oder kennt eine geglückte Schaltung? Oder ist die Überlegung nicht korrekt? Oder holt man sich schwerwiegende Probleme an anderer Stelle ins Haus? Bin an jeder Art von Hinweisen interessiert.

Gruß Horst

Re: Klirr-Reduktion durch zwei Triodenstufen
geschrieben von: frihu (IP gespeichert)
Datum: 02. August 2007 12:35

Hallo Horst

Ähnliches habe ich schon in Hören mit Röhren geschrieben: aus klanglichen Gründen setze ich auf gemischte Pentoden-Trioden bzw. Trioden-Pentoden Konzepte. Ich kenne nur ein Verstärkerkonzept, wo das ausnahmesweise mal nicht so hinhaut: 100% symmetrische Verstärker. eye rolling smiley

-Friedrich Hunold-


Re: Klirr-Reduktion durch zwei Triodenstufen
geschrieben von: Horst (IP gespeichert)
Datum: 03. August 2007 13:19

Hallo Friedrich,

Zitat:
frihu
Ähnliches habe ich schon in Hören mit Röhren geschrieben
das würde ich mir gerne zu Gemüt führen. Kannst Du mir sagen, wo genau dies zu finden ist.

Zitat:
frihu
aus klanglichen Gründen setze ich auf gemischte Pentoden-Trioden bzw. Trioden-Pentoden Konzepte
Ich meinte eigentlich Endtriode i.V.m. einer Treibertriode. Konkret würde ich gern mit einer triodisierten PL519 experimentieren. Die Kennlinien [www.tubes.mynetcologne.de] , die Tom Schlangen veröffentlicht hat sehen gar nicht so schlecht aus. Als Treiber dachte ich beispielsweise an eine ECC81. Eine Endtriode mit Treiberpenthode z.B. EF86 würde sicher auch funktionieren, aber ob sich hier die Kennlinien und damit der Klang günstig beeinflussen muss sich erst noch herausstellen.
Hast Du vielleicht eine klanglich gut funktionierende Schaltung im Angebot? Daraus läßt sich bestimmt was lernen.

Gruß Horst

Re: Klirr-Reduktion durch zwei Triodenstufen
geschrieben von: Klaus (IP gespeichert)
Datum: 03. August 2007 14:45

Hallo Horst

Ich hab diese Schaltung mal benutzt.

[alice-dsl.net]


Die Treibertriode ist selten und teuer, es geht auch mit EC88 EC86 und andere Steile Trioden. E88CC parallel oder die von Dir genannte geht auch. Acht auf den Gitterableitwiederstand bei steilen Trioden. Es kann passieren das die bei offenem Eingang weglaufen.
Gute Erfahrung hab ich auch mit EC86 gemacht, 20k Ra, 280-300 Ω Rk an 300-400V Ub. Verstaerkung ist dann etwa 50fach.
Diese Schaltung hat mir die bisher besten deutlichsten Mitten und Hoehen wiedergegeben, welche nur noch von einem 300B Eintakter mit paralleler 6SN7 als Treiber uebertroffen wurde.

Mir fehlt ein Spectrumanalyser in meinem Messpark, um an der Klirrkompensation von 2 stufigen Verstaerkern weiter zu machen.

Den Verstaerker hab ich umgebaut, um die doch sehr teuren Roehren fuer andere Zwecke vor zu sehen.

ciao, Klaus


Edit by frihu:
Link zum Bild korrigiert.

Re: Klirr-Reduktion durch zwei Triodenstufen
geschrieben von: frihu (IP gespeichert)
Datum: 04. August 2007 09:43

Zitat:
Horst
Hallo Friedrich,
Zitat:
frihu
Ähnliches habe ich schon in Hören mit Röhren geschrieben
das würde ich mir gerne zu Gemüt führen. Kannst Du mir sagen, wo genau dies zu finden ist.

Ich suche noch. moody smiley
Der oder die zwei/drei Sätze waren aber beiläufig im Text eingestreut.
Sinngemäss etwa das man aus klanglichen Gründen bei Pentoden-Endröhren Trioden im Vorstufenbereich bzw. bei Trioden-Endröhren Pentoden in der Vorstufe einsetzen sollte. Ich habe das allerdings nicht weitergeführt - das hätte für dieses Buch zuweit geführt.

Zitat:
Als Treiber dachte ich beispielsweise an eine ECC81. Eine Endtriode mit Treiberpenthode z.B. EF86 würde sicher auch funktionieren, aber ob sich hier die Kennlinien und damit der Klang günstig beeinflussen muss sich erst noch herausstellen.
Hast Du vielleicht eine klanglich gut funktionierende Schaltung im Angebot? Daraus läßt sich bestimmt was lernen.

Gruß Horst

Die einzigste Schaltung die ich (noch) habe, stammte von der alten Svetlana-Seite.
Triode im Vorstufenbereich, Pentode als Treiber und dann die Endröhre, wobei im Vorstufenbereich die Triode und Pentode durch ein Kombi-System gebildet wurde (ähnlich ECL82/ECL86 - PCL82/PCL86 etc). Wichtig ist jedoch bei solchen (HZA)-Röhren, das diese nicht wie üblich über das Steuergitter angesteuert werden (sollten).

Meine Versuche damit sind schon wein Weilchen her, bin aber damals bei parallel geschalteten PCC85-System hängengeblieben. Eine Pentode als Treiber hatte ich auch mal gebaut, aber mit PL84. Ein Treiber mit PCC84 als SRPP war mir genauso wie PL84-Treiber zu "kalt". Da ich damals die Wirkung von Gegenkopplung / Mitkopplung nicht erkannt habe, habe ich es nicht weiterverfolgt und irgendwann entnervt aufgegeben.

Probiere es daher mal so: eine halbe PCC88 im Vorstufenbereich, eine PL84 und dann Deine PL519 (wenn schon P-Röhren, dann richtig ;-) ). Mit Gegenkopplung musst Du allerdings selber experimentieren. Evtl. muss man sogar an der PL84 etwas pfuschen, um den Klang etwas wärmer zu bekommen.

-Friedrich Hunold-
se-pl519.gif


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